Schluss, aus und vorbei! Soeben flimmerte die letzte Episode von LOST über meinen Bildschirm, womit 6 Staffeln Spannungsaufbau, Mysterien und Verwirrung enden. Die Meisten, die sich dafür interessieren, dürften inzwischen diese letzte Episode geschaut haben und ich will an dieser Stelle meine Meinung zum Ende kundtun. Es werden Spoiler folgen, was heißt, dass ihr nicht weiterlesen solltet, wenn ihr das Finale noch nicht gesehen habt. Um das ganze noch deutlicher zu machen, werde ich auch mal von meiner “Kein-Bild”-Politik abweichen, damit es auch diejenigen verstehen, die sich die Einleitung nicht durchgelesen haben.
Wer sich ab hier etwas spoilern lässt ist selbst schuld!
Das Finale wird die meisten von uns ratlos zurückgelassen haben: “Wie? Die waren alle tot? Etwa die ganze Zeit?” So ging’s mir zuerst und ich musste ein bisschen nachdenken und -lesen um eine für mich halbwegs zufriedenstellende Theorie zu finden. Echte Cracks werden bestimmt den einen oder anderen Fehler auffinden, aber ich muss gleich sagen, dass ich in Sachen Theoriefindung nie sehr stark war, was bei LOST eigentlich immer ein großes Problem war. Mit den ganzen Mythen und Zitaten war ich nie sonderlich stark und ich musste immer nachlesen um herauszufinden, was dies oder jenes nun bedeuten könnte. Aber das ist jetzt meine Theorie und mit der bin ich zufrieden, also los geht’s:
Ich interpretiere das Dasein auf der Insel als eine Art Fegefeuer: Mit dem Absturz von Oceanic Flight 815 sind die Passagiere (und damit unsere geliebten Charaktere) gestorben. Da sie aber alle in ihrem Leben nicht perfekt waren mussten sie sich noch Prüfungen stellen, welche die betroffenen Personen allesamt verändern sollten. Es ging um die Frage, ob sie es schaffen würden in dieser extremen Situation das Böse (in Form des Man in Black/Smokie) zu besiegen und durch Selbstaufgabe die Insel zu retten. Die einzelnen Aufgaben waren höchst unterschiedlich, so musste Sawyer es schaffen über seinen Egozentrismus hinweg zu kommen und Jack, als Führungsperson sogar sein Leben aufgeben um den “Stöpsel” wieder reinzustecken. Für jeden Einzelnen schienen solche Prüfungen zu bestehen welche im Endeffekt darin resultierten, dass die Leute ihrem Leben einen Sinn gaben, welcher sich stark von dem Lebenswandel zuvor unterschied.
Die alternative Realität, welche in der Staffel 6 auftauchte stellte die Vorstufe zur Fahrt in den Himmel dar (man möge mir diese christliche Referenz verzeihen), in welcher die Vorbereitung für das Ende stattfand. Desmond stellte eine Art Prophet dar, welcher den Anderen zu zeigen hatte, dass sie ihre Aufgabe erfüllt hatten und führte diese dann in der Kirche zusammen, wo sie auf die Himmelfahrt zu warten hatten. Durch das Auftauchen der alternativen Realität wurde das Ende geschickt vorbereitet: Dem Zuschauer wurde klar, dass sich etwas verändert hat und die Verbindungen zum Geschehen auf der Insel wurden immer zahlreicher, stellvertretend für das langsame aber kontinuierliche Nahen der abschließenden Himmelfahrt.
Soweit meine Theorie: Für mich stellt sich die Serie in eine klar christliche Situation, mit dem Motiv des Fegefeuers als bestimmendes Element. Mit dieser Theorie bin ich zufrieden, das Geschehen auf der Insel wird erklärt, wenn auch nicht nahtlos: Jegliche Lücken können aber mit dem übernatürlichen Wirken in der Vorstufe zur Erlösung erklärt werden. Vielleicht gibt es bessere und schlüssigere Theorien, vielleicht denkt ihr ja auch was ganz Anderes: Ich wäre mehr als froh, wenn ihr mir eure Gedanken zum Finale von LOST in den Kommentaren mitteilen könntet!


Gott (!), bin ich froh, dass ich meine Aufmerksamkeit nur einer halben Episode (Pilot) dieses Schwachsinns gewidmet habe! Soviel Zeit, die ich sinnvoller nutzen konnte. Mit “im Stau stehen” zum Beispiel
Ach, du bist ja nur neidisch, dass du nicht, wie wir, deine Zeit mit dem Nachgrübeln über Theorien und Mysterien verplempern konntest