Projekt Hörsturz – Runde 20

Wieder mal ist es Zeit für das Projekt Hörsturz, welches dieses mal mit einer Sonderrunde aufwarten kann. In dieser 20. Runde geht es um das Thema Oldies, das heißt es gibt nur Lieder die älter sind als 30 Jahre (ergo nichts was nach 1980 produziert wurde). Da sind natürlich einige Klassiker dabei, aber auch ein paar Sachen, von denen ich noch nie etwas gehört habe, worauf ich natürlich sehr gespannt bin! Los geht’s.

Projekt Hörsturz – Runde 20

Tuxe­do­moon – No Tears

(von Robert)

    Das Intro von No Tears versprach einiges: Hammond Orgel, dreckige Gitarren und ein treibendes Schlagzeug, als jedoch die Stimme einsetzte wusste ich, woran ich mich erinnert fühle: an schlechten Punk aus den 80er Jahren. Vor 5 Jahren hätte mich das vielleicht noch begeistert, heute nervt mich das. Für die coole Instrumental-Begleitung (geiles Solo!) gibt es aber noch 3/5 Punkten.

Benny Goodman Orchestra – Sing, Sing, Sing (With A Swing)

(von beetFreeQ)

    Yay, ein absoluter Klassiker! Das erste mal hab ich dieses Lied bei Donkey Konga auf der Gamecube gehört und war prompt begeistert. Kurze Zeit später sollte mich Sing, Sing, Sing (With A Swing) noch mehr begeistern, denn es war eines der besten Lieder um Swing zu tanzen (Was ich mit 16 Jahren gelernt habe – Wer wissen will wie sowas aussieht: Hier ein Ausschnitt aus dem Film Swing Kids). Das Lied ist wirklich zeitlos und zeigt sehr gut, was Swing kann, nämlich ne ganze Ecke mehr, als ein Roger Cicero uns versucht zu verkaufen: 5/5 Punkten.

Bob Marley – War/no more trouble

(von WeGi)

    Bob Marley war nie mein Fall: Reggae ist mir einfach zu dröge, ich hab lieber Ska gehört, weil ich dort nicht drohte einzuschlafen. War/no more trouble ist da schon ein besserer Vertreter seiner Klasse, auch wenn ich immer noch das Gefühl habe 5 Minuten im Loop gefangen zu sein: 2/5 Punkten.

Love – A House Is Not a Motel

(von Postpunk)

    Ich frage mich grad, warum ich die Band Love bis jetzt noch nicht kannte. Das fällt eigentlich genau in mein Schema: Klare Gitarren, schöne Stimme und ein schöner Text. Das Ganze erinnert sehr stark an The Doors, was aber wohl auf alle Vertreter des Psychedelic-Rocks zutrifft. Ein echtes Kleinod welches mir Lust auf mehr macht: 5/5 Punkten.

The Box Tops – The Letter

(von kasumi)

    Und wieder mal ein Klassiker: The Letter dürfte wohl jeder kennen, auch wenn es mich inzwischen ein bisschen nervt. Abgesehen davon ist es immer noch ein absolutes Ohrwurm-Lied, aber ich hab bei diesem Lied eigentlich eine andere Version im Kopf, die ein wenig leichter ist von der Begleitung her. Hat wieder mal Spaß gemacht das Lied zu hören, in meine Playlist werde ich es allerdings nicht aufnehmen: 3/5 Punkten.

Mit 3,6 Punkten im Schnitt eine starke Runde, auch wenn ich im Vergleich zu den anderen Blogs wohl etwas weniger Punkte vergeben hab. In Oldies schwelgen macht aber Spaß, weswegen ich wieder einmal bei den Bonussongs weitermache.

Bonussongs

Aerosmith – Dream On

(von Fini)

    Aerosmith dürften die Meisten wohl für ihr gottverdammtes I don’t wanna miss a thing kennen. Dream On ist da schon eine ganze Klasse besser, auch wenn ich bei diesem Lied die ganze Zeit auf den großen Knall gewartet habe, der auch bis zum Schluss nicht kommt. Immerhin konnte es mich ganz gut bei Stange halten, vor allem mag ich die Stimme von Steven Tyler sehr gerne: 3/5 Punkten.

Black Sabbath – Paranoid

(von Sir Donnerbold)

    Wenn ich dieses Lied höre muss ich immer an School of Rock denken (Übrigens der erste und einzige Film, der ein Lied von Black Sabbath verwenden durfte!) – Ein verdammt geiles Autofahr-Lied: Mit 150 km/h über die A7 bretter und headbangen… Gott, ich vermisse mein altes Auto! 5/5 Punkten.

Don McLean – The Grave

(von Freddi)

    Für mich wieder unbewertet, weil von mir vorgeschlagen. Don McLean hat mich damals in meiner Punk-Phase voll erwischt, nachdem mir meine Mutter gesagt hat, ich solle mal was Anständiges hören und Don McLean in die Hand gedrückt hat. The Grave hat sich mir in meiner ganzen “Scheiss-den-Staat-an-die-Wand-und-vor-allem-Krieg-ist-das-beste-Beispiel-für-imperialistische-Dreckskacke”-Phase eingebrannt, aber auch mit einer etwas objektiveren Betrachtung bleibt es für mich eines der besten Lieder des 20. Jahrhunderts – Ganz großes Kino!

J.J. Cale – Cocaine

(von Stoffel)

    War ja klar, dass noch so ein Klassiker kommt. Hierbei handelt es sich zwar um die Original-Version, aber ich finde mal ausnahmsweise das Cover besser (Also die Version von Eric Clapton) – Spaß macht das Lied dennoch, weswegen ich vollkommen zugekokste 4/5 Punkten vergebe.

Mott the Hoople – All The Way From Memphis

(von cimddwc)

    Nach 10 Sekunden hatte ich erwartet, dass mir die Sesamstraße in die Bude tanzt, die musste sich aber wieder verziehen, nachdem der Gesang einsetzte, ein bisschen enttäuscht, weil der Refrain doch so viel mehr für sie bot. Mal im Ernst: Irgendwie haben wir hier eine Melange auch klassischem Rock’n'Roll und Supertramp-esker Rock-Musik. Die Strophen gefallen mir, der Rest nicht: 2/5 Punkten.

Richard & Linda Thompson – I Want to See the Bright Lights Tonight

(von JuliaL49)

    An Julia habe ich aufgrund der letzten Runden hohe Erwartungen, ich bin mal gespannt was sie bei den Oldies zu bieten hat: An sich ein nettes Lied, aber ein bisschen zuviel “Tralala” und ist das eine Tuba? Was zum Teufel? Anscheinend muss man das Lied total zugedröhnt anhören, im Hintergrund ist mir einfach zuviel Drumherum, was von der schönen Stimme der Sängerin ablenkt – Eine leichtere Version hätte von mir mehr Punkte bekommen. Schade: 3/5 Punkten.

Sex Pistols – Anarchy in the U.K.

(von Sebastian)

    Wie schon oben erwähnt nervt mich Punk inzwischen: Anarchy in the U.K. ist natürlich das Lied schlechthin für den frühen dreckigen Punk und so kommt bei mir eine Übersättigung mit einer mir inzwischen angewöhnten Antipathie dem Punk gegenüber zusammen: 1/5 Punkten.

The Animals – House Of The Rising Sun

(von Kamil)

    Wer jemals Gitarre gespielt hat, dürfte House of the Rising Sun entweder hassen (das sind diejenigen, die es nicht sonderlich weit damit gebracht haben) oder lieben (Was eher die Leute sind, die dieser nervigen Anfangsphase des Lernens entronnen sind). Ich geselle mich eher zu den Liebhabern des Liedes, auch wenn wieder mal eine gewisse Übersättigung feststellen muss: 4/5 Punkten.

The Bob Seger System – Ramblin’ Gamblin’ Man

(von Benni)

    Orgel- und Gospel-Begleitung ist ja eigentlich ein No-Go für mich, aber dann müsste ich zuviele Oldies verdammen. Ramblin’ Gamblin’ Man ist kein wirklich schlechtes, aber auch bestimmt kein gutes Lied: Irgendwie geht das alles in einem Einheitsbrei unter und ich bekomme da kein Gefühl für: Nachdem die 2 1/2 Minuten vorbei waren hatte ich sogar keine richtige Erinnerung daran, wie das Lied nochmal klingt, ein wirklich schlechtes Zeichen: 2/5 Punkten.

The Doors – Roadhouse Blues

(von Guldhan)

    Okay, The Doors zu nennen ist eigentlich gemein – da kann ich nichts anderes als eine hohe Punktzahl vergeben. Diese Band um Jim Morrison tauchte zur gleichen Zeit in meiner Landschaft auf wie Don McLean und bietet eigentlich nur positive Erinnerungen. Roadhouse Blues ist aber leider eines der etwas schlechteren Lieder, weil ich diese Blues-Seite der Band nicht so gerne mag – Ich bin da eher ein Fan der Psychedelic-Sachen. Da The Doors den Blues aber noch gut gestalten gibt es 3/5 Punkten von mir.

The Who – Baba O’Riley

(von Steve)

    Und zum Abschluss noch The Who: Ihr wollt wohl noch die richtig hohen Punktzahlen von mir rausholen, oder? Nachdem es bei The Doors nicht geklappt hat, ist dieses Lied sehr viel erfolgreicher: Baba O’Riley ist ein Lied, welches ich, einmal gehört, direkt nochmal anmache, vor allem dank des unfassbaren guten Outros. Ein echter Volltreffer: 5/5 Punkten.

Vielleicht war ich diese Runde etwas zu gnädig mit den Punkten, aber das ist allgemein ein Problem mit den Oldies: Vielleicht mag man sie nicht die ganze Zeit hören, aber irgendwie sammelt sich doch einiges an Erinnerungen an die Kindheit an, weil die Eltern genau diese Musik gehört haben. Die Bonussongs sammelten im Schnitt 3,2 Punkte, also etwas schlechter als bei den Pflichtsongs. Insgesamt ist der Schnitt aber doch recht hoch, was aber auch nicht anders zu erwarten war in dieser Runde.

Nun gibt es noch meinen Vorschlag für die nächste Runde, welche wieder ganz normal weitergeht. Für die 21. Runde gibt es mal ein reines Instrumental-Stück von mir, auch ein echter Klassiker: Paco de Lucia, John McLaughlin, Al di Meola – Mediterranean Sundance.

Vielleicht schaff ich es ja diesmal in die Pflichtrunde!

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3 Kommentare.

  1. Huch, fast vergessen zu erwähnen, aber da du es in der Bewertung ansprachst: hör dir mal die Bright Lights-Version von Ocean Colour Scene an (gibt es z.B. bei Grooveshark (weil ich das da hochgeladen habe…)). Ist nicht unbedingt leichter, aber mir gefällt es jedenfalls besser.

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